Rotordichtungen

Rotordichtungen nach Ihren Maßen — für drehende und schwenkende Bewegungen.

Rotordichtungen dichten dort ab, wo sich Bauteile nicht längs, sondern um ihre Achse bewegen: an drehenden Wellen, in Schwenkantrieben und in Drehdurchführungen. Die Belastung unterscheidet sich dabei grundlegend von der in einem Hubzylinder — die Dichtkante läuft dauerhaft an derselben Stelle über die Gegenfläche, statt eine lange Bahn abzufahren.

Daraus ergeben sich zwei Anforderungen, die den Werkstoff und das Profil bestimmen: Die Dichtung muss die entstehende Reibungswärme verkraften, und sie darf sich nicht in die Welle einlaufen.

Rotordichtungen aus unserer Fertigung
Ein Beispiel aus unserer Fertigung

Profile

Alle Profile in der Übersicht

Klicken Sie ein Profil an, um es direkt in die Produktanfrage zu übernehmen. Ihr Profil ist nicht dabei? Schicken Sie uns Maße, eine Zeichnung oder die alte Dichtung — wir ordnen es zu. Wie eine Anfrage abläuft, lesen Sie unter Sonderanfertigung.

Funktion

Was eine Rotordichtung leisten muss

Bei einer Drehbewegung wirkt die Reibung ununterbrochen auf denselben Umfang. Was im Hubzylinder über die gesamte Stangenlänge verteilt wird, konzentriert sich hier auf eine schmale Laufspur. Unsere Rotordichtungen:

  • dichten bei Rotation zuverlässig ab — dauerhaft drehend oder im Schwenkbetrieb
  • halten die Reibungswärme in Grenzen durch abgestimmte Werkstoffwahl
  • schonen die Gegenlauffläche und beugen dem Einlaufen der Welle vor
  • passen in Ihren Einbauraum — auch bei Sondermaßen ohne Katalogentsprechung

Bauformen

Bauformen im Sortiment

Für rotierende Anwendungen gibt es nicht die eine Lösung. Welche Bauform passt, hängt davon ab, ob vor allem Medium oder Schmutz zurückgehalten werden soll und wie viel Bauraum zur Verfügung steht:

  • Wellendichtringe — für die Abdichtung rotierender Wellen, je nach Anforderung mit oder ohne zusätzliche Staublippe.
  • V-Ringe — axial wirkende Dichtungen, die sich besonders als zusätzlicher Schutz gegen Schmutz und Spritzwasser eignen.
  • O-Ring-gestützte Profile — kompakte Bauformen für definierte Einbauräume; der O-Ring erzeugt die Vorspannung, das Profil übernimmt die Dichtfunktion.
  • Federgestützte Rotordichtungen — mit zusätzlicher Vorspannung durch eine eingelegte Feder, für anspruchsvolle Medien und Betriebsbedingungen.
  • Gleitring — PTFE-Ring mit O-Ring-Vorspannung: sehr reibungsarm und ohne Stick-Slip, geeignet für hohe Drehzahlen.
  • Metall- oder POM-gefasst — mit umschließendem Ring aus Metall oder POM, der in die Gehäusebohrung eingepresst wird: die Lösung ohne geschlossene Nut.
  • Ausführung mit Staublippe — mit zusätzlicher Lippe, die Staub und Feuchtigkeit von der Dichtkante fernhält.

Alle Bauformen fertigen wir spanend im eigenen Haus — auch in Abmessungen, für die es keine Katalogentsprechung gibt.

Fertigung

Nach Maß statt nach Katalog

Wellendurchmesser, Nutgeometrie und Gehäusebohrung geben vor, was passt. Weichen diese Maße von den Katalogreihen ab — etwa bei Sonderkonstruktionen oder älteren Anlagen — fertigen wir passend zum vorhandenen Einbauraum.

  • Durchmesser 2 bis 600 mm — von der kleinen Welle bis zum großen Drehdurchgang; lieferbar bis 2500 mm
  • CNC-Drehen und -Fräsen im eigenen Haus
  • Ohne Formenbau — kein Werkzeugbau nötig, dadurch sind auch Einzelstücke machbar
  • Nachbau möglich — wir vermessen Ihr Altteil und rekonstruieren die Geometrie

Werkstoffe

Der Werkstoff bestimmt die Grenzen

Bei drehenden Anwendungen ist die Reibung der entscheidende Faktor: Sie erzeugt Wärme, und die Wärme begrenzt, was der Werkstoff aushält. Deshalb spielen reibungsarme Typen hier eine größere Rolle als bei Hubbewegungen.

  • PTFE-Compounds: sehr geringe Reibung, kein Stick-Slip, hohe Temperaturbeständigkeit — bei hohen Drehzahlen meist die erste Wahl
  • Polyurethan (PU): verschleißfest und druckstabil, geeignet bei moderaten Drehzahlen
  • Nitrilkautschuk (NBR): bewährt bei Mineralölen und Fetten
  • Fluorkautschuk (FPM): für hohe Temperaturen — etwa wenn Reibungswärme und heiße Medien zusammenkommen
  • EPDM: für Wasser und Dampf, als FDA-konformer Typ auch für Rührwerke und Mischer in der Lebensmittel- und Pharmatechnik — nicht für Mineralöle
  • Thermoplaste (POM, PA6, PEEK): für Führungs- und Stützelemente im Dichtsystem

Die vollständige Übersicht mit allen Kennwerten finden Sie unter Werkstoffe.

Zulassungen

Werkstoffe für Lebensmittel- und Trinkwasserkontakt

Rührwerke, Mischer und Drehdurchführungen in der Lebensmittel- und Getränketechnik unterliegen besonderen Anforderungen an die eingesetzten Werkstoffe. Dafür führen wir Typen mit dokumentierter Zulassung — darunter FDA-konforme Werkstoffe, Ausführungen nach EU 1935/2004 und EU 10/2011 sowie mit Trinkwasserzulassung nach DVGW W270. Welcher Werkstoff welche Zulassung besitzt, zeigt das Datenblatt; die Konformitätserklärungen senden wir Ihnen auf Anfrage zu.

Ihre Vorteile

Darauf können Sie sich verlassen

  • Passgenau: gefertigt zu Ihrem Einbauraum, auch bei Sondermaßen
  • Auch Einzelstücke: spanende Fertigung ohne Formenbau — vom Ersatzteil bis zur Kleinserie
  • Werkstoff zur Drehzahl: ausgewählt nach Geschwindigkeit, Temperatur und Medium
  • Nachbau ohne Zeichnung: wir vermessen das Altteil und fertigen neu
  • Geprüfte Qualität: zertifiziert nach ISO 9001 und ISO 14001

Einsatz

Typische Einsatzbereiche

Rotordichtungen kommen überall dort zum Einsatz, wo Bauteile rotieren oder schwenken:

  • Drehende Wellen in Antrieben, Getrieben und Pumpen
  • Schwenkantriebe mit begrenztem Drehwinkel
  • Drehdurchführungen, die Medien vom feststehenden ins drehende Bauteil überführen
  • Rühr- und Mischtechnik im Anlagenbau
  • Instandsetzung älterer oder ausländischer Anlagen mit Sondermaßen

FAQ

Häufige Fragen

Worin unterscheidet sich eine Rotordichtung von einer Stangendichtung?

Die Bewegungsrichtung: Eine Stangendichtung arbeitet gegen eine längs bewegte Kolbenstange, eine Rotordichtung gegen eine drehende Welle. Bei der Drehbewegung läuft die Dichtkante dauerhaft über dieselbe Spur — Reibungswärme und Einlaufspuren sind deshalb die kritischeren Themen.

Wie wirkt sich die Drehzahl auf die Werkstoffwahl aus?

Je höher die Umfangsgeschwindigkeit, desto mehr Reibungswärme entsteht an der Dichtkante. Bei hohen Drehzahlen sind deshalb reibungsarme Werkstoffe wie PTFE-Compounds meist im Vorteil, während Elastomere eher bei moderaten Geschwindigkeiten eingesetzt werden. Nennen Sie uns Drehzahl und Wellendurchmesser — daraus ergibt sich die Umfangsgeschwindigkeit als wichtigste Kenngröße.

Was ist eine Drehdurchführung?

Eine Drehdurchführung überträgt ein Medium — etwa Öl, Wasser oder Luft — von einem feststehenden Bauteil in ein drehendes. Die Dichtung muss dabei gleichzeitig den Druck halten und die Drehbewegung zulassen. Häufig arbeiten dort mehrere Dichtungen nebeneinander, um verschiedene Kanäle zu trennen.

Die Welle hat bereits eine Einlaufspur — was nun?

Läuft die alte Dichtung eine Rille in die Welle, dichtet ein neues Teil an derselben Stelle oft nicht mehr zuverlässig ab. In solchen Fällen hilft es, die Dichtung axial versetzt einzubauen oder die Laufspur aufzuarbeiten. Schildern Sie uns die Situation — wir schauen, welche Lösung sich anbietet.

Wann ist eine zusätzliche Staublippe sinnvoll?

Eine Staublippe lohnt sich, wenn die Dichtstelle von außen durch Staub, Feuchtigkeit oder Spritzwasser belastet wird — etwa bei Wellen, die im Freien oder in staubiger Umgebung laufen. Sie hält Partikel zurück, bevor sie an die eigentliche Dichtkante gelangen und dort abrasiv wirken. Ob sie nötig ist, ergibt sich aus Einbausituation und Umgebungsbedingungen.

Welcher Werkstoff passt zu welcher Anwendung?

Das hängt von Drehzahl, Temperatur, Medium und Druck ab. PTFE punktet bei hohen Geschwindigkeiten und aggressiven Medien, PU ist robust und druckstabil, NBR bewährt sich bei Mineralölen. FPM kommt bei hohen Temperaturen zum Einsatz, EPDM bei Wasser und Dampf sowie in Lebensmittel- und Pharmaanwendungen. Beschreiben Sie uns die Betriebsbedingungen — wir schlagen Ihnen einen passenden Werkstoff vor.

Fertigen Sie auch Einzelstücke?

Ja. Weil wir spanend fertigen, ist dafür kein Formenbau nötig — auch das einzelne Ersatzteil ist machbar. Zu bedenken ist: Für jedes neue Teil schreiben wir ein CNC-Programm, und dieser Aufwand verteilt sich bei einem Einzelstück auf genau ein Teil. Der Stückpreis sinkt daher mit steigender Stückzahl deutlich. Bei einer Nachbestellung entfällt dieser Aufwand: Wir hinterlegen jedes gefertigte Teil mit einer Artikelnummer in unserem System, sodass das Programm beim nächsten Mal bereits vorliegt.

Anfrage

Ihre Rotordichtung anfragen

Schicken Sie uns Maße, eine Zeichnung oder die alte Dichtung — Sie erhalten von uns einen Vorschlag mit Werkstoffempfehlung und verbindlichem Liefertermin.

  • ✓  Beratung durch Fachleute mit Branchenerfahrung seit 1989
  • ✓  Fertigung im eigenen Haus — von der Programmierung bis zum fertigen Teil
  • ✓  Werkstoffe mit dokumentierten Zulassungen
  • ✓  Auch Einzelstücke und Kleinserien